Isle of Man: Versicherungsvertreter stiehlt 213.000 GBP für Drogen und Glücksspiel

Veröffentlicht am: 30. November 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. Dezember 2019, 01:05 Uhr.

Das höchste Gericht der Isle of Man (Court of General Gaol Delivery) hat in dieser Woche ein abschließendes Urteil gegen den Versicherungsangestellten Greg Nicholas Taylor (30) gefällt, welcher über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren insgesamt 213.068 GBP von seinem Arbeitgeber gestohlen haben soll, um damit seine Spiel- und Drogensucht zu finanzieren.

Isle of Man Küste und Stadt
Ein Versicherungsvertreter auf der Isle of Man soll gestohlene Gelder für Glücksspiel und Drogen ausgegeben haben. (Bild: MaxPixel/CC0 Public Domain)

Da er wiederholt gegen die zuvor ausgesprochenen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll, hat ihn das Gericht jetzt zu insgesamt zwei Jahren Haft verurteilt, die er unmittelbar anzutreten hat.

Spielsucht und Kokain

Laut einem Bericht der Zeitung Isle of Man Today [Seite auf Englisch] vom Freitag ist nach Monaten der Schonfrist und verschobener Verhandlungen Anfang dieser Woche ein abschließendes Urteil im Fall Greg Nicholas Taylor gefällt worden.

Der Mann soll seinem Arbeitgeber, der Firma „Templeton Insurance Limited“, insgesamt 213.068 GBP gestohlen haben, indem er immer wieder größere Summen von den Firmenkonten auf seine eigene Bankkonten überweisen ließ.

Für einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren soll er dafür gefälschte Rechnungen in das Computersystems des Unternehmens geschleust, diese anschließend ausgedruckt und von zwei zuständigen Unterschriftsberechtigten unterschreiben lassen haben.

Anschließend soll er das Zahlungssystem so manipuliert haben, dass die Gelder auf seinen persönlichen Konten eingehen konnten.

Das gesamte Geld habe er den Berichten zufolge für Glücksspiel und Drogen ausgegeben. Vor Gericht habe er sich als Spielsüchtiger bekannt und zugegeben, regelmäßig Kokain zu konsumieren.

Die Isle of Man wird oft als Steueroase bezeichnet und ist ein begehrter Hauptsitz für internationale Unternehmen. Vor allem Glücksspiel- und Versicherungsunternehmen lassen sich vermehrt auf der Insel nieder und steuern heute maßgeblich zum Bruttonationaleinkommen der Insel bei (jeweils 17 %).

Der Glücksspielsektor wird dabei von der Gambling Supervision Commission reguliert. Aktuell sind unter der Behörde 42 Online Glücksspielfirmen, drei landbasierte Wettbüros sowie das landbasierte Palace Hotel and Casino lizenziert.

Zeitungsberichten zufolge sei er am Montag mit zwei blauen Augen und einem eingegipsten Arm im Gerichtssaal erschienen.

Sein Verteidiger Paus Rogers erklärte dazu:

Leider wurde er am Freitag angegriffen, weil er Drogenschulden hat. Jemand hat ihn attackiert, weil angenommen wurde, dass er heute verurteilt werden würde.

Taylors Drogenproblem und körperlicher Zustand scheint sich bei Richter Alastair Montgomerie letztendlich als minimal strafmildernd ausgewirkt zu haben.

Er soll während der Urteilsverkündung gesagt haben, dass Taylor durch sein Drogenproblem bereits gestraft genug sei, weswegen die zusätzliche einmonatige Haftstrafe wegen Drogenbesitzes innerhalb der zweijährigen Haftstrafe abgesessen werden könne.

Urteilsverkündung mehrfach verzögert

Bereits im Januar war Taylor bei einer Routine-Verkehrskontrolle von der Polizei mit drei Tüten Kokain in seinem Auto erwischt worden. Er soll der Polizei sofort erklärt haben, dass er bei sich zu Hause weitere 8,1 Gramm der Droge aufbewahre, diese jedoch allein dem Eigenbedarf dienten.

Kokain und Geldscheine
Taylor besaß Kokain im Wert von 750 GBP (Bild: Needpix/stevepb)

Noch bevor er wegen Drogenbesitzes vor Gericht gebracht werden konnte, habe seine Firma im Februar den Diebstahl aufdecken können.

Nach seiner erneuten Festnahme habe er ohne Zögern im zunächst zuständigen Summary Court in den Anklagepunkten Diebstahl und Drogenbesitz auf schuldig plädiert.

Das Gericht habe aufgrund des Umfangs des Verbrechens den Fall jedoch an das höchste Gericht der Insel, den Court of General Gaol Delivery, abgegeben. Die Verhandlung sollte daraufhin am 30. September stattfinden. Bis dahin sei es ihm verboten gewesen, die Insel zu verlassen.

Wie Isle of Man Today am 2. Oktober berichtete sei er dann jedoch nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen, was seinen Fall verkompliziert habe. Die Verhandlung sei dann für den 25. November angesetzt worden.

Richter Montgomerie verhängte schließlich eine sofortige Haftstrafe von zwei Jahren. Seine Chance, dass diese auf Bewährung ausgesetzt werde, habe Taylor durch den Verstoß vorheriger Auflagen, selbst zerstört.