Die niederländische Glücksspielaufsicht „Kansspelautoriteit“ (KSA) hat Geldstrafen in Höhe von insgesamt 750.000 Euro gegen den Online-Casino-Betreiber LeoVegas und die Tochtermarke Royal Panda verhängt. Wie die Behörde am Donnerstag auf ihrer Website mitteilte, hätten die Firmen ihre Spielangebote trotz Verbots in den Niederlanden offeriert.

Ein schreiender Mann nebst Paragraphen

Niederländische Regulatoren bestrafen unlizenzierte Online-Casinos immer härter. (Quelle: Pixabay)

Das Online-Casino Royal Panda, das LeoVegas im Oktober 2017 für eine Rekordsumme von 60 Millionen Euro erwarb, muss eine anteilige Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro an die Regulatoren zahlen. LeoVegas wurde im Rahmen des Verfahrens mit einer Geldbuße in Höhe von 350.000 Euro bestraft.

Online-Glücksspiel befindet sich in den Niederlanden zwar in einem Legalisierungsprozess, Glücksspiellizenzen werden allerdings noch nicht an Privatunternehmen vergeben. Ohne die notwendigen Genehmigungen machen sich die Anbieter also strafbar. Dies geschah jüngst den Betreiberfirmen der Plattformen PokerStars und Unibet.eu, die hohe Geldstrafen zahlen mussten.

Obgleich der Senat im Februar dieses Jahres das Online Glücksspielgesetz „Wet Kansspelen op afstand“ (Koa) bewilligt hat, können private Online-Casinos und Online-Buchmacher voraussichtlich erst ab dem 1. Januar 2021 legal auf dem niederländischen Glücksspielmarkt operieren.

So haben die Regulatoren gegen die Unternehmen ermittelt

Die gegen LeoVegas und Royal Panda verhängten Strafzahlungen sind Resultat einer mehrmonatigen Untersuchung der KSA. Die Ermittler der von René Jansen geführten Behörde begannen bereits in der zweiten Hälfte 2018 mit ihren Untersuchungen und weiteten diese bis ins Frühjahr 2019 aus.

Während ihrer Kontrollen stellte die Glücksspielaufsicht fest, dass LeoVegas und Royal Panda niederländischen Kunden Online-Casino-Spiele angeboten hatten. Zum Spielangebot sollen sowohl virtuelle Spielautomaten als auch Rubbellose und Sportwetten gehört haben.

Kansspelautoriteit greift erneut hart durch

Mit den Bußgeldern gegen LeoVegas und Royal Panda ist die KSA bereits das dritte Mal innerhalb weniger Monate gegen international agierende Online-Glücksspielanbieter vorgegangen.

Erst Ende September hat der Regulator den Betreiber des Online-Pokerraums PokerStars mit einer Geldstrafe in Höhe von 400.00 Euro bestraft.

Euro-Scheine und Münzen unter einem Taschenrechner

Hohe Geldstrafen könnten das Geschäft für die Anbieter unprofitabel machen. (Quelle: Pixabay)

Laut der Dienststelle habe PokerStars ohne notwendige Lizenz in den Niederlanden operiert und so den Nutzern die Chance gegeben, Geld auf die unlizenzierte Seite einzuzahlen.

Noch höher fiel die Geldstrafe gegen die in Malta ansässige Trannel International Limited aus. Der Betreiber der Website Unibet.eu musste im August dieses Jahres eine Geldstrafe in Höhe von 470.000 Euro zahlen.

Die KSA hatte dem Konzern unter anderem vorgeworfen, illegale Online-Blackjack- und Roulette-Spiele via Internet in den Niederlanden angeboten zu haben.

Ferner hätten die Betriebe die Spieler mit niederländischer IP-Adresse nicht daran gehindert, auf ihre Webseiten zuzugreifen.

Der wohl ausschlaggebende Hinweis könnte jedoch die fortwährende Nutzbarkeit des Online-Bezahlsystems iDeal gewesen sein. Der Finanzdienstleister kommt aus den Niederlanden und gilt bei niederländischen Online-Casino-Nutzern als beliebtes Einzahlungsmittel.

Nach Angaben der KSA sollen sowohl Royal Panda als auch LeoVegas das Zahlungsmittel in ihren Online-Casinos angeboten haben.

Wie sieht die Zukunft für LeoVegas und Royal Panda in den Niederlanden aus?

Die Strafen der KSA (Link auf Niederländisch) könnten nicht nur zu einem unmittelbaren finanziellen Schaden bei den betroffenen Online-Glücksspiel-Anbietern führen. Weit schwerwiegendere Folgen könnten sich für den niederländischen Lizenzbewerbungsprozess ergeben, der am 1. Juli 2020 beginnen soll.

Nach derzeitigem Stand werden zur Marktöffnung nur diejenigen Bewerber Aussicht auf Erteilung einer Glücksspiellizenz haben, die zuvor eine erfolgreiche Wohlverhaltensphase absolviert haben. Das Gesetz sieht dafür einen Zeitraum von zwei Jahren vor.

Sollten LeoVegas und Royal Panda tatsächlich länger als die Konkurrenz auf eine niederländische Glücksspielerlaubnis warten müssen, könnten die Geldstrafen von insgesamt 750.000 Euro nur einen Bruchteil des Verlustes darstellen, den die Firmen durch Umsatzeinbußen auf dem niederländischen Markt erleiden werden.