Formel-1-Grand Prix von Monaco: Tod von Niki Lauda überschattet Rennwochenende

Veröffentlicht am: 26. Mai 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. Mai 2019, 03:19 Uhr.

Heute Nachmittag (Startzeit 15:10 Uhr) startet der 90. Große Preis von Monaco. Das seit dem Jahre 1927 veranstaltete Traditionsrennen wird nach vielen Jahren zum ersten Mal gänzlich ohne die Beteiligung des kürzlich verstorbenen, österreichischen Rennfahrers, Unternehmers und Fernsehexperten Niki Lauda stattfinden.

Monaco Hafen
Monaco verwandelt sich einmal im Jahr zum Rennsport-Mekka. (Quelle: Wikipedia)

Lauda, der den Grand Prix im Fürstentum in den Jahren 1975 und 1976 gewann und zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender des Formel-1-Rennstalls Mercedes bei fast allen Rennen präsent war, verstarb am Montag im Alter von 70 Jahren in Zürich.

Im Zuge der Todesnachricht scheint das Sportliche an diesem Formel-1-Wochenende fast vollkommen zur Nebensache zu werden.

Der Glamour weicht der Trauer

Schon im Vorfeld des heutigen Grand Prix von Monaco war die Trauer unter den Piloten riesig. Der sonst so glamourösen Rennszene schienen Sport und Partys in Anbetracht des Verlustes einer echten Rennsportlegende deutlich zu schaffen zu machen.

So sagte der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton, den Lauda noch persönlich ins Team von Mercedes holte, nach der Nachricht von Laudas Tod alle Pressetermine ab.

Auf Twitter schrieb der Brite im Gedanken an seinen alten Mentor:

„Ich kann es kaum fassen, dass du tot bist. Ich werde unsere Unterhaltungen, unser Lachen und unsere großen Umarmungen nach einem gewonnenen Rennen vermissen. Möge Gott deiner Seele Frieden schenken. Danke, dass du ein helles Licht in meinem Leben warst. Ich werde immer für deine Familie da sein, sollte sie mich brauchen.“

Der deutsche Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wird im Gedenken an Niki Lauda beim heutigen Rennen ein besonderes Helmdesign mit Bildern aus der Karriere Laudas tragen.

Auch ehemalige Rennfahrer-Kollegen zeigten sich bestürzt über den Tod Laudas. Alain Prost, Ex-Teamkollege und selbst mehrfacher Weltmeister, würdigte Laudas Stärke und Durchhaltevermögen. Selbst nach einem Unfall, durch den Lauda schwerste Verbrennung davontrug, habe sich dieser nie über sein Leben oder Befinden beschwert.

Mercedes gedenkt Lauda

Das Mercedes-Team huldigt Lauda beim Grand Prix von Monaco mit besonderen Ehren. So wurde der silberne Cockpitschutz des Rennwagens in Erinnerung an Laudas weltbekannte rote Mütze umgefärbt.

Zudem tragen Crew und Fahrer während des Rennwochenendes Trauerflor. Dankesbekundung an den Grandseigneur des Automobilrennsports wurden an der Spitze des PS-Boliden angebracht.

Das Leben des Niki Lauda

Niki Lauda wurde 1949 als Kind wohlhabender Eltern in Wien geboren. Seine Leidenschaft für Autos begann schon früh. Den ersten Wagen leistete sich Lauda bereits als 15-Jähriger. Um sich seinen Traum von der Formel-1 zu erfüllen, nahm der Österreicher mehrere Kredite auf und überwarf sich mit seiner Familie.

Lauda
Niki Lauda galt in der Formel-1 als absolute Legende. (Quelle: Wikipedia)

Sein erstes Rennen in der Formel-1 bestritt er im Jahre 1971. Es folgten Weltmeisterschaftstitel in den Jahren 1975, 1977 und 1984. Lauda war in dieser Zeit für seinen unglaublichen Kampfgeist und Willen bekannt. Nachdem er in der Rennsaison 1976 bei einem Rennen auf dem Nürburgring beinahe tödlich verunglückte und aufgrund schwerer Verbrennungen ins Koma fiel, saß er nur 42 Tage später wieder im Rennwagen.

Nach seiner aktiven Karriere wurde Lauda Flugunternehmer, blieb als Moderator und Berater aber stets dem Rennsport verbunden. Die Spätfolgen seiner Verletzungen zwangen ihn in den letzten Jahren dazu, sich sowohl Nieren- als auch einer Lungentransplantation unterziehen zu müssen. Niki Lauda starb am 20.05.2019 in der Schweiz.

Helmut Marko, Berater des Red-Bull-Rennstalls, würdigte Lauda kritisch. Laudas sei in seiner Karriere egoistisch gewesen. Im Laufe der Jahre sei aber auch seine großzügige und gute Seite stärker zu Tage getreten.

So lief es bisher sportlich beim Grand Prix von Monaco

Obwohl die Schlagzeilen an diesem Wochenende zu allererst dem Tod von Niki Lauda gelten, gibt es auch noch Sportliches aus Monaco zu berichten.

In den freien Trainings machten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ihrem alten Boss Lauda alle Ehre. Sie fuhren im Mercedes auf Startplatz 1 und Platz 2. Im offiziellen Qualifying am Samstag sicherte sich schließlich Lewis Hamilton die Pole Position.

Geht es nach den Buchmachern, so sollten Rennsport-Fans am Wochenende auf einen Doppelsieg der „Silberpfeile“ setzen. Mit Siegquoten von 2.20 und 2.40 gelten Hamilton und Bottas in den engen Straßen von Monaco als klare Favoriten. Niki Lauda würde diese Nachricht sicher freuen.