Rechtsbeistand für eSportler: Mehr Anwälte spezialisieren sich

Veröffentlicht am: 22. Oktober 2018, 04:10 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Oktober 2018, 04:10 Uhr.

In Kanada hat in diesem Monat die erste Anwaltskanzlei eröffnet, die sich komplett auf den Rechtsschutz von eSportlern fokussieren will. Während die eSport-Branche weltweit rapide anwächst, füllen die Gründer der neuen MKM Group damit eine wichtige Nische in der kanadischen Rechtsvertretung.

The International Dota 2 Championship
eSports wie Dota 2 in Kanada sehr beliebt (Bild: Wikimedia)

Warum eSportler Rechtberater brauchen

Die Welt des eSports steht in unseren Zeiten jedem offen und selbst Teenager können darin über Nacht zu Internetstars werden. Wie in regulären Sportarten fließen auch in eSports mittlerweile Millionen von Euro in den Sport und die besten Spieler erhalten Sponsoring- oder Angestellten-Verträge.

Genau hier setzt die MKM Group, welche von den kanadischen Anwälten Josh Marcus und Evan Kubes gegründet wurde, an. In Kanada ist die MKM Group damit die erste ihrer Art. Bisher mussten sich kanadische Spieler in Streitfällen an entsprechende Anwälte in den Vereinigten Staaten wenden.

Im Interview mit Global News Canada begründete Kubes die Spezialisierung der beiden:

Spieler werden oft nicht entsprechend ihrer Fähigkeiten gewürdigt. Für uns ist das eine gute Möglichkeit, die Industrie weiterwachsen zu lassen. Auf der einen Seite ist es natürlich für uns eine Geschäftschance, auf der andern Seite aber besteht auch ein sehr großer Bedarf.

Im Klartext beschäftigen sich die Anwälte mit dem geltenden kanadischen Vertragsrecht und setzen sich dafür ein, dass eSportler faire Verträge von Sponsoring-Partnern oder Event Organisatoren bekommen.

Im Vergleich zum regulären Sport ist der eSport deutlich unübersichtlicher und damit rechtlich schwieriger zu vereinheitlichen. Hunderte von Spielern sind weltweit beteiligt, alle aus verschiedenen Altersgruppen und mit verschiedenen Nationalitäten. Gleichzeitig gibt es eine Unmenge von Turnieren in den verschiedensten Spielen und Entwickler, Veranstalter und natürlich die Spieler selbst möchten ihren gerechten Anteil der Einnahmen erhalten.

Laut der MKM Group gebe es zahlreiche Grauzonen und es bestehe oft ein unausgeglichenes Machtverhältnis zwischen den beteiligten Parteien. Gerade in Kanada gebe es noch einige Hürden, die die volle Entfaltung des eSports zurückhalten würden.

Rascher Anstieg von eSports in Kanada

Die Videospielindustrie verzeichnete im letzten Jahr in Kanada umgerechnet 2,46 Milliarden Euro Umsatz und das Interesse kanadischer Spieler am professionellen eSport und großen Turnieren wächst zusehends.

Mittlerweile mischen kanadische eSports-Teams auch bei den großen internationalen Turnieren mit. Blizzard Entertainment verkündete dieses Jahr beispielsweise, dass zwei kanadische Teams in die Overwatch League aufgenommen würden, welche Millionen von Spielern weltweit miteinander vernetzt.

Auch fand in diesem Jahr in Vancouver das größte eSports Turnier der Welt statt. So kamen am 15. August Hunderte von Spielern und Fans in der Rogers Arena zum großen International Dota 2 Championships Tournament zusammen. Das Gewinnerteam ging mit umgerechnet 7,3 Millionen Euro nach Hause.

Experten zufolge wird die eSports Branche auch in Kanada weiterhin anwachsen und in Kürze sogar die Filmindustrie im Hinblick auf Produktion und Konsum überragen. Umso wichtiger ist es also zweifellos, dass die Rechtsprechung Schritt hält, um für Fairness unter Spielern, Entwicklern, Fans und Veranstaltern zu sorgen.