Britische Glücksspiel­aufsicht präsentiert Strategieplan

Veröffentlicht am: 6. November 2020, 04:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. November 2020, 04:13 Uhr.

Die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission (UKGC) hat am Freitag ihr erstes „National Strategic Assessment“ veröffentlicht [Dokument auf Englisch]. Wie die Behörde auf ihrer Webseite erklärt, würden darin alle zur Verfügung stehenden Informationen und Fallstudien bezüglich der Risiken des Glücksspiels zusammengefasst.

National Strategic Assessment 2020
Die britische Glücksspielaufsicht hat einen neuen Strategieplan präsentiert (Bild: UK Gambling Commission)

Auf Basis der Ergebnisse habe die UKGC neue Prioritäten setzen und einen entsprechenden Strategieplan erstellen können. Zunächst seien drei grundsätzliche Bereiche identifiziert worden, in denen es Probleme gebe oder die verbesserungsbedürftig seien:

  1. Übersicht über Glücksspielunternehmen und Kooperation: Lizenznehmer und Unternehmen, die eine Lizenz anstrebten, müssten sich offen und kooperativ zeigen. Änderungen innerhalb der Konzernstruktur, bspw. Fusionen oder Firmenübernahmen, müssten besser und schneller kommuniziert werden.
  2. Illegales Glücksspiel: Die Risiken durch illegale Glücksspiele entwickelten sich stetig weiter. Die UKGC und ihre Partner müssten auch stetig ihre Maßnahmen anpassen. Illegale Webseiten müssten schneller identifiziert und mit besseren Tools blockiert werden.
  3. Kampf gegen kriminelle Aktivitäten: Um kriminelle Aktivitäten im Glücksspielsektor zu verhindern, bedürfe es äußerster Wachsamkeit in Bezug auf Geldwäsche und Wettbetrug. Unternehmen wiesen häufig Mängel in der Schulung ihres Personals auf, sodass die kriminellen Aktivitäten unentdeckt blieben.

In den genannten Punkten seien im letzten Jahr bereits Fortschritte erzielt worden. Die Behörde habe im Falle von Verstößen und Mängeln viele ihrer Lizenznehmer dazu bewegen können, ihre Arbeitsweisen zu verbessern und die geltenden Regeln einzuhalten.

Ein Aktionsplan für die Regierung

Um die britische Glücksspielbranche jedoch langfristig sicherer und fairer zu gestalten, müssten die angesprochenen Punkte auch in der Gesetzgebung verankert werden.

Die Ergebnisse des Strategieplans sollen daher als Grundlage für die künftige Zusammenarbeit mit der britischen Regierung in Bezug auf die Formulierung neuer Glücksspielgesetze dienen.

Der Geschäftsführer der Glücksspielaufsicht, Neil McArthur, kommentiert:

Wir werden das National Strategic Assessment als Grundlage dafür nehmen, unsere Arbeit in den nächsten Monaten und Jahren zu priorisieren. Wir freuen uns darauf, mit der Regierung im Rahmen der baldigen Prüfung des Glücksspielgesetzes zusammenzuarbeiten und werden hart daran arbeiten, genau die Punkte anzusprechen, die wir bei unserer strategischen Einschätzung identifiziert haben.

Insgesamt müsse die Zusammenarbeit zwischen der UKGC und der Regierung in Zukunft intensiviert werden. Sollte die Regierung es jedoch nicht schaffen, zeitnah ein neues Glücksspielgesetz zu verabschieden, werde die Glücksspielaufsicht versuchen, die identifizierten Probleme im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu lösen.