Apple verlängert Frist für Glücksspiel-Apps bis Juni

Veröffentlicht am: 31. März 2020, 12:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 31. März 2020, 04:06 Uhr.

Apple hat angekündigt, dass Glücksspiel-Unternehmen nun bis Juni Zeit bekommen, ihre HTML5-Spiele auf iOS-native Spiele umzustellen. Mitte des vergangenen Jahres hatte Apple die Richtlinien für seinen App-Store verschärft und angekündigt, alle nicht iOS-nativen Glücksspiel-Apps zu entfernen.

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Glücksspielanbieter haben nun bis Juni Zeit für die Umstellung auf iOS-native Apps. (Bild: Pixabay/Jan Vašek)

Zunächst hatten die Entwickler bis September Zeit für die Umstellung, dann war die Frist bis März verlängert worden. Neuer Stichtag ist nun der 30. Juni. Trotz der Fristverlängerung und obwohl die Anbieter bisher bereits 13 Monate Zeit hatten, ist nicht klar, ob es allen Anbietern gelingen wird, den neuen Richtlinien mit ihren Glücksspiel-Apps gerecht zu werden.

Im Juni hatte die Digitalagentur Degree 53 festgestellt, dass es Sportwetten-Apps von Anbietern wie Ladbrokes, Unibet und bet365 bis dato noch nicht gelungen war, ihre Apple-Apps optimal zu entwickeln. Vor allem in Sachen Funktionalität und Nutzererfahrung seien Mängel festgestellt worden, und es sei noch nicht davon auszugehen gewesen, dass es den Anbietern gelingen würde, bis März die geforderten Apple-Richtlinien umzusetzen.

Glücksspiel-Werbung für suchtgefährdete Spieler?

Apple ist derweil in Kritik geraten, weil Spieler, die per iPhone nach Suchtberatungsangeboten suchen, Glücksspiel-Werbung angezeigt bekommen sollen.

Wie die britische Tageszeitung Daily Mail am Montag berichtet hat, sollen Spieler, die im App Store unter den Stichworten „Spielstopp“ oder „Glücksspiel-Blockierung“ suchen, Glückspiel-Apps wie Ladbrokes Casino oder 888 Casino angezeigt bekommen. Apps, mit denen sich Glücksspiel-Transaktionen blockieren lassen oder die Suchtberatungsangebote beinhalten, würden erst weiter unten in der Liste erscheinen.

Dies widerspräche den Regeln der UK Gambling Commission, nach denen Glücksspielwerbung in sozial verantwortlicher Weise erfolgen müsse. Diese Art der Glücksspiel-Werbung ziele jedoch genau dann auf die „Schwächsten“ ab, wenn diese versuchen würden, mit dem Spielen aufzuhören.

Labour-Abgeordnete Carolyn Harris kommentierte:

„Der Sektor muss sich der Realität stellen, und die Aufsichtsbehörden müssen aufhören, die Hände in den Schoß zu legen, denn wenn diese Pandemie vorbei ist, werden diese Unternehmen für den Schaden verantwortlich gemacht werden, der gefährdeten Spielern zugefügt wurde.“

Glücksspiel-Unternehmen halten dagegen, dass sie Technologie nutzen, um gefährdete Spieler, einschließlich Minderjährige, von der Glücksspielwerbung auszuschließen. Gleichwohl führe der Such-Algorithmus von Apple diese direkt zu den Glücksspiel-Apps.

Ladbrokes kommentierte, mit Apple Kontakt aufgenommen zu haben. So solle geklärt werden, wie es dazu kommen konnte. Die Glücksspielwerbung solle dann umgehend entfernt werden.