Apple Card für Online Casinos und Kryptowährungen gesperrt

Veröffentlicht am: 6. August 2019, 01:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. August 2019, 01:34 Uhr.

Die vom Technologie-Konzern Apple für Ende August angekündigte Apple Card wird in den USA weder Einzahlungen zu Online Casinos noch den Kauf von Kryptowährungen unterstützen. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Verbrauchervereinbarung hervor.

Iphone neben einer Kreditkarte
Mit der Apple Card geht Apple unter die Kreditkartenanbieter. (Quelle: Maxpixel)

Apple stellte das neue Zahlungsmittel schon Ende März vor, hielt die Details der Vertragsmaßgaben bislang allerdings zurück. Nur wenige Wochen vor dem geplanten US-Start der Kreditkarte präsentierte das Bankhaus Goldman Sachs nun erstmals die Einzelheiten der Nutzungsbedingungen, welche zahlreiche Restriktionen beinhalten.

Keine Transaktionen für Casino-Spieler

Für Online Casino-Kunden, die bislang Echtgeldeinzahlung via Kreditkarte vornahmen, könnte das Umsatteln auf die neue Apple Card mit einigen Nachteilen verbunden sein. Aus den Nutzungsbedingungen geht nämlich hervor, dass Apple Card-Nutzern weder Bargeldvorschüsse noch bargeldähnliche Transaktionen gestattet werden sollen.

Tim Cook vor einem farbigen Apple-Logo
Apple-CEO Tim Cook stellte die Kreditkarte im März vor. (Quelle: Wikipedia)

Hierzu gehören sowohl der Kauf von Spiel-Chips in Online Casinos als auch der Ankauf von Fremd- und Kryptowährungen. Die Einschränkungen betreffen jedoch nicht nur den virtuellen Raum, sondern auch das landbasierte Glücksspiel.

Laut Nutzungsvereinbarung (Link auf Englisch) ist sowohl der Kauf von Casino-Chips und Lotteriescheinen als auch das Platzieren von Wetten in Wettbüros- und auf Pferderennstrecken mit der Apple Card nicht gestattet.

Besonders überraschend scheinen diese Ausnahmen in Anbetracht des blühenden Online Glücksspielmarktes in den USA. Seit der Legalisierung von Sportwetten durch den US-Supreme Court im Frühjahr letzten Jahres versprachen große Kreditkartenunternehmen wie Wells Fargo bereits eine Neubewertung ihrer Einzahlungsrichtlinien.

In US-Bundesstaaten wie Nevada und New Jersey, in denen eine progressive Glücksspiel-Regulierung zu einem prosperierenden Wett- und Online Casino-Markt beitrug, werden Einzahlungen mit Debit-Karte und Kreditkarte schon seit längerem akzeptiert. Hiervon profitierten auch die Zahlungsdienstleister, die für die Überweisungen häufig hohe Gebühren verlangten.

Apple steht nicht allein da

Mit seinem Verbot von Transaktionen zu Online Casinos steht Apple nicht allein da. In den letzten Monaten unternahmen Banken und Kreditkartenunternehmen weltweit Vorstöße, den Zahlungsverkehr zu Glücksspielanbietern zu blockieren.

Prominentes Beispiel war die australische Investmentbank Macquarie Group, die im Juni 2019 ankündigte, nicht länger Überweisungen an Online Casinos durchführen zu wollen.

Protest gegen die Verwendung von Debit- und Kreditkarteneinzahlungen regten sich auch in der europäischen Politik. Im Winter dieses Jahres schlug Jeremy Wright, Großbritanniens ehemaliger Minister für Digitales, Medien, Kultur und Sport, ein komplettes Verbot von Kreditkarten-Überweisungen zu Glücksspiel-Anbietern vor.

So steht es in Deutschland um die Kreditkarten-Einzahlungen

Obgleich es in Deutschland kein länderübergreifendes Glücksspielgesetzt gibt, welches Kreditkarten-Einzahlungen zu Online Casinos verbietet, sind Kreditkarten-Firmen und digitale Zahlungsdienstleister wie Paypal in den letzten Monaten immer stärker unter gerichtlichen Druck geraten.

Dieser ging jedoch nicht von den Regulatoren der Bundesländer aus, sondern von den Anwälten einiger Nutzer, die ihre Casino-Verluste von den Finanzinstitution erstattet haben wollten. Das Argument der Kläger: Die Transaktionen zu den Online Casinos erfüllten nach dem Glücksspielstaatsvertrag den Tatbestand der Mitwirkung an einem unerlaubten Glücksspiel.

Weitverbreitete Kreditkarten wie die Amazon-Kreditkarte und die Kreditkarte der Deutschen Kreditbank sind trotzdem noch zur Einzahlung bei den meisten großen Online Casinos verwendbar. Allerdings werden die Transaktionen als Bargeldumsätze behandelt, für die mitunter hohe Gebühren anfallen.

Wird das Verbot womöglich deutsche Apple Card-Nutzer betreffen?

Ob in Deutschland dieselben Nutzungsbedingungen für die Apple Card gelten werden, ist bislang völlig unklar. Ein Einführungsdatum kündigte der Tech-Konzern, der sich die Namensrechte der Kreditkarte in Europa bereits sicherte, bisher nicht an.

Sollte der Konzern jedoch an seinen Einschränkungen festhalten, dürften viele potenzielle User enttäuscht sein. Schließlich galt Apple bis dato als Innovator, der die Grenzen brach, anstatt sie aufzustellen.